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CMS Migration: Komplette Anleitung 2026 [mit Checkliste]

CMS wechseln ohne Rankings zu verlieren: Backup, Redirect-Mapping, SEO-Absicherung. Mit Checkliste für WordPress, TYPO3 & Drupal – und den häufigsten Fehlern, die 42% Traffic kosten.
CMS Migration durchführen - Symbolbild

Sie wollen Ihr CMS wechseln, aber haben Angst vor Ranking-Verlusten und Datenchaos? Verständlich – bei einer schlecht geplanten Migration können 42% des organischen Traffics dauerhaft verloren gehen. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie das vermeiden: von der Backup-Strategie über den Redirect-Plan bis zur SEO-Absicherung.

Inhalt

Was ist ein CMS?

Ein Content-Management-System (CMS) ist eine Software, mit der Sie Website-Inhalte erstellen, bearbeiten und veröffentlichen – ohne Programmierkenntnisse.

Jedes CMS hat zwei Bereiche:

  1. Backend: Hier arbeiten Sie. Sie schreiben Texte, laden Bilder hoch und verwalten Seiten.
  2. Frontend: Das sehen Ihre Besucher. Die fertige Website im Browser.

Der Vorteil: Ihre Marketing-Mitarbeiter können Inhalte selbst aktualisieren, ohne auf die IT-Abteilung warten zu müssen. Ein Blogbeitrag ist in Minuten online, nicht in Tagen.

Verbreitete CMS-Systeme auf dem Markt

Auf dem Markt existieren zahlreiche CMS-Lösungen mit unterschiedlichen Ausrichtungen. Laut W3Techs nutzen etwa 43% aller Websites weltweit ein CMS – Tendenz steigend.

  • WordPress: Mit rund 60% Marktanteil unter allen CMS das mit Abstand meistgenutzte System weltweit. Über 43% aller Websites basieren auf WordPress. Ideal für kleine bis mittelgroße Unternehmen. Mehr dazu in unserem Leitfaden zu WordPress Website & Webdesign.
  • TYPO3: Mit etwa 220.000–300.000 aktiven Installationen besonders im deutschsprachigen Raum und bei europäischen Behörden verbreitet. Laut einer Analyse von T3Planet nutzen rund 50% der europäischen Städte-Websites TYPO3 als CMS. Geeignet für komplexe Enterprise-Websites mit hohen Sicherheitsanforderungen.
  • Drupal: Mit etwa 1,1% Marktanteil eine bewährte Lösung für anspruchsvolle Projekte – besonders bei Regierungen, Universitäten und Organisationen mit hohen Sicherheits- und Compliance-Anforderungen.
  • Joomla: Der Marktanteil ist von 8,6% (2015) auf unter 2% (2025) gefallen. Dennoch ein vielseitiges System mit aktiver Community und umfangreichen Erweiterungsmöglichkeiten.

Welches CMS passt zu Ihnen? Das hängt von drei Faktoren ab: Wie viele Seiten hat Ihre Website? Welche Funktionen brauchen Sie (Shop, Mehrsprachigkeit, Rechteverwaltung)? Und wer pflegt die Inhalte – ein Redakteur oder ein Entwickler?

CMS System wechseln: Klassisch vs. Headless

Bevor Sie migrieren, sollten Sie eine grundsätzliche Entscheidung treffen: klassisch oder headless?

Klassische Web-CMS (Monolithisch):

  • Backend und Frontend sind eng miteinander verbunden
  • Inhalte werden direkt im vordefinierten Design der Website ausgespielt
  • Einfache Bedienung für Redakteure durch WYSIWYG-Editoren
  • Begrenzte Flexibilität bei der Ausgabe auf verschiedenen Kanälen

Headless CMS:

  • Strikte Trennung von Inhaltsverwaltung und Präsentationsschicht
  • Inhalte werden über APIs bereitgestellt
  • Hohe Flexibilität für die Ausgabe auf verschiedenen Plattformen (Website, App, IoT-Geräte)
  • Skalierbar und zukunftssicher durch technologieunabhängige Inhaltsbereitstellung
  • Erfordert mehr Entwicklungsressourcen und technisches Know-how

Faustregel: Haben Sie nur eine Website? Klassisches CMS. Bespielen Sie Website, App und digitale Displays mit denselben Inhalten? Dann lohnt sich der Mehraufwand für Headless.

Beliebte Migrationspfade beim CMS-Wechsel

Wohin wechseln die meisten Unternehmen – und warum?

VonNachTypischer Grund
WordPressHeadless (Strapi, Contentful)Mehr Flexibilität, bessere Performance, Omnichannel-Anforderungen
TYPO3WordPressEinfachere Bedienung, geringere Wartungskosten, größerer Entwickler-Pool
JoomlaWordPressGrößeres Ökosystem, bessere Plugin-Auswahl (Joomla-Marktanteil fällt seit Jahren)
DrupalWordPress oder HeadlessVereinfachung oder Modernisierung der Architektur
Proprietäres CMSOpen SourceUnabhängigkeit vom Anbieter, keine Lizenzkosten, Community-Support
Älteres WordPressModernes WordPressSicherheitsupdates, Block-Editor (Gutenberg), bessere Performance

Der Wechsel selbst ist selten das Problem. Schwierig wird es, wenn SEO-Rankings, Inhalte oder Funktionen auf der Strecke bleiben. Deshalb: Weiterlesen.

klassisches CMS vs headless CMS

Wann ist eine Migration sinnvoll?

Nicht jedes Problem erfordert einen CMS-Wechsel. Manchmal reicht ein Update oder eine Optimierung. Diese Warnsignale zeigen jedoch, dass Sie handeln sollten:

  • Keine Sicherheitsupdates mehr: Drupal 7 und TYPO3 v8 sind End-of-Life. Ohne Patches sind Sie ein leichtes Ziel für Hacker.
  • Das Backend kriecht: Wenn Ihre Redakteure 30 Sekunden auf den Editor warten, stimmt etwas nicht. Das kostet täglich Arbeitszeit.
  • Die Website bricht unter Last zusammen: Bei 10.000 Besuchern gleichzeitig sollte Ihr Server nicht in die Knie gehen.
  • Plugins funktionieren nicht mehr: Wenn wichtige Erweiterungen nicht mehr kompatibel sind, stecken Sie fest.

Wann ist der beste Zeitpunkt?

  • Januar bis März: Nach dem Weihnachtsgeschäft, bevor die Frühjahrskampagnen starten.
  • Vor dem Rebranding: Wenn Sie ohnehin Logo und Design ändern, ist das der ideale Moment.
  • Nach der Budgetfreigabe: Eine Migration mitten im Projekt abbrechen zu müssen ist teurer als zu warten.
  • Nicht vor Black Friday: Migrieren Sie niemals kurz vor Ihrer wichtigsten Verkaufsphase.

Brauchen Sie externe Hilfe?

Ehrliche Einschätzung: Eine kleine WordPress-zu-WordPress-Migration schaffen technisch versierte Teams oft selbst. Bei einem Wechsel von TYPO3 zu einem anderen System oder bei mehr als 500 Seiten wird es ohne Erfahrung riskant.

Die häufigsten Fehler passieren bei Redirects und Datenbankstrukturen – beides ist schwer rückgängig zu machen.

Vorbereitung auf die Migration

80% des Erfolgs entscheiden sich vor dem eigentlichen Umzug. Wer hier spart, zahlt später doppelt.

Risiken der Website Migration

Schritt 1: Bestandsaufnahme

Bevor Sie irgendetwas migrieren: Wissen Sie überhaupt, was Sie haben? Erstellen Sie eine Liste:

  • Alle Seiten und Beiträge – wie viele sind es? (Screaming Frog zählt automatisch)
  • Welche Seiten bringen Traffic? – Google Analytics zeigt die Top 50
  • Was kann weg? – Veraltete News, Events von 2019, Seiten ohne Besucher
  • Welche URLs haben Backlinks? – Diese müssen unbedingt weitergeleitet werden

Tipp: Nutzen Sie die Migration als Frühjahrsputz. Weniger Inhalte = schnellere Migration = weniger Fehlerquellen. Details dazu in unserem Content-Audit-Leitfaden.

Schritt 2: Zeitplan und Ressourcen

Realistische Zeitplanung für eine Migration mit 200 Seiten:

PhaseDauerWer
Bestandsaufnahme1 WocheMarketing + IT
Redirect-Mapping1-2 WochenSEO-Verantwortlicher
Staging-Aufbau1-2 WochenEntwickler
Content-Übertragung2-4 WochenRedaktion
Tests1 WocheAlle
Go-Live + Monitoring1 Tag + 2 WochenIT + SEO

Wichtig: Richten Sie eine Staging-Umgebung ein. Dort können Sie alles testen, ohne die Live-Website zu gefährden.

Schritt 3: Das Redirect-Mapping

Das ist der wichtigste Teil. Erstellen Sie eine Excel-Tabelle mit zwei Spalten:

Alte URLNeue URL
/produkte/widget-a//shop/widget-a/
/news/2023/update//blog/update-2023/
/team/mueller//ueber-uns/team/#mueller

Jede alte URL braucht ein Ziel. Keine Ausnahmen. Tools wie Screaming Frog exportieren alle URLs automatisch.

Backup: Ihre Versicherung

Bevor Sie irgendetwas anfassen: Backup. Ohne Ausnahme. Wenn etwas schiefgeht, können Sie zurück zum Ausgangspunkt.

Was Sie sichern müssen

  • Datenbank – alle Texte, Einstellungen, Benutzer (SQL-Export)
  • Dateien – Bilder, PDFs, Videos (per FTP oder SSH herunterladen)
  • Konfiguration – Theme-Einstellungen, Plugin-Liste mit Versionen

WordPress: UpdraftPlus oder BackWPup erstellen beides in einem Schritt.
TYPO3: Nutzen Sie den integrierten Export oder Tools wie typo3_console.

Goldene Regel: Zwei Kopien, zwei Orte. Eine auf dem Server, eine lokal oder in der Cloud. Testen Sie die Wiederherstellung bevor Sie migrieren.

SEO-Daten sichern

Diese Daten gehen bei einer Migration oft verloren – exportieren Sie sie vorher:

  • Meta-Titles und Descriptions – aus Yoast, Rank Math oder dem CMS exportieren
  • Alt-Texte aller Bilder – Screaming Frog listet diese auf
  • Interne Verlinkungen – welche Seite verlinkt wohin?
  • Top-50-Seiten aus Google Analytics – diese haben Priorität

Redirects: Der häufigste Fehler

Die Zahlen sind eindeutig: Laut einer Studie des Search Engine Journal dauert es durchschnittlich 229 Tage, bis der organische Traffic nach einer Migration zurückkommt. 42% der Websites erholen sich nie vollständig.

Der Grund? Fehlende oder falsche Weiterleitungen. So machen Sie es richtig:

  1. 301-Redirect für jede alte URL – nicht 302, nicht JavaScript-Redirect
  2. 1:1-Mapping – jede alte Seite zeigt auf eine passende neue Seite
  3. Canonical Tags prüfen – zeigen sie auf die richtige URL?
  4. URL-Parameter nicht vergessen – auch /seite?id=123 braucht ein Ziel
SEO-Optimierung während der Migration

Nach dem Go-Live: Überwachen Sie die Google Search Console täglich. Neue 404-Fehler tauchen dort innerhalb von 24-48 Stunden auf. Beheben Sie sie sofort.

Warnendes Beispiel: WooCommerce wechselte 2023 von woocommerce.com auf woo.com. Das Ergebnis: 90% Sichtbarkeitsverlust. Nach fünf Monaten ohne Besserung – Rollback zur alten Domain. Ein Fehler, der Millionen kostete (Quelle).

Wann lohnt sich professionelle Hilfe?

Machen Sie es selbst, wenn:

  • Sie von WordPress zu WordPress wechseln
  • Ihre Website unter 100 Seiten hat
  • Sie einen Entwickler im Team haben
  • SEO kein kritischer Traffic-Kanal ist

Holen Sie sich Hilfe, wenn:

  • Sie das CMS komplett wechseln (z.B. TYPO3 → WordPress)
  • Ihre Website mehr als 500 Seiten hat
  • Sie einen Online-Shop migrieren
  • Ihre Rankings geschäftskritisch sind

Worauf Sie bei einer Agentur achten sollten

  1. Referenzen für Ihr Quell-CMS – Jemand, der noch nie TYPO3 migriert hat, lernt auf Ihre Kosten.
  2. SEO im Angebot – Technik allein reicht nicht. Redirects und Rankings müssen Teil des Projekts sein.
  3. Festpreis oder Time & Material? – Bei klarem Umfang ist Festpreis besser. Bei Unsicherheiten schützt Sie T&M vor bösen Überraschungen.
  4. Support nach Go-Live – Die ersten zwei Wochen sind kritisch. Wer ist erreichbar?

Nächster Schritt

Sie haben zwei Optionen:

Option A: Laden Sie unsere Checkliste herunter und starten Sie selbst.

Option B: Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch – wir schauen gemeinsam auf Ihre Website und schätzen den Aufwand ein. Keine Verkaufspräsentation, nur eine ehrliche Einschätzung.

Häufig gestellte Fragen

Die Dauer einer CMS-Migration variiert je nach Komplexität: Kleine Websites (unter 50 Seiten) sind in 2-4 Wochen migrierbar. Mittelgroße Projekte benötigen 4-8 Wochen. Große Unternehmenswebsites mit individuellen Funktionen können 3-6 Monate in Anspruch nehmen. Planen Sie zusätzlich 2-4 Wochen für Tests ein.

Die Kosten hängen vom Umfang ab: Einfache Migrationen (z.B. WordPress zu WordPress) starten bei 2.000-5.000 €. Komplexere Wechsel (z.B. TYPO3 zu WordPress) liegen bei 5.000-15.000 €. Enterprise-Migrationen mit individuellen Anforderungen können 20.000 € und mehr kosten.

Nicht zwangsläufig. Mit einer sauberen Redirect-Strategie (301-Weiterleitungen), Erhalt der URL-Struktur wo möglich und korrekter Übertragung aller SEO-Elemente (Meta-Tags, Alt-Texte) bleiben Rankings erhalten. Ohne Vorbereitung können Rankings jedoch um 20-70% einbrechen. Studien zeigen, dass es durchschnittlich 229 Tage dauert, bis der Traffic das Vor-Migrations-Niveau erreicht.

Ein klassisches CMS verbindet Backend und Frontend in einem System – ideal für einfache Websites. Ein Headless CMS trennt Inhaltsverwaltung und Darstellung, liefert Inhalte über APIs aus und ermöglicht die Ausspielung auf verschiedene Kanäle (Website, App, IoT). Headless ist flexibler, aber technisch anspruchsvoller.

Löschen Sie veraltete Inhalte ohne Traffic, doppelte Seiten (Duplicate Content), nicht mehr relevante News/Events und Seiten mit hoher Absprungrate ohne Conversion-Wert. Nutzen Sie die Migration als Chance für einen Content Audit – behalten Sie nur, was Mehrwert bietet.

Erstellen Sie vollständige Backups: Datenbank-Export, Dateisystem-Backup (alle Medien und Uploads), Dokumentation aller Plugins/Erweiterungen und Export der CMS-Konfiguration. Lagern Sie mindestens zwei Kopien an unterschiedlichen Orten. Testen Sie die Wiederherstellung vor der Migration.