Die DSGVO stellt hohe Anforderungen an jede Website. Aktuelle Gerichtsurteile zeigen: Datenschutz bleibt ein Thema, bei dem Fehler teuer werden – Bußgelder bis 20 Millionen Euro oder 4 % des Jahresumsatzes sind möglich. Mit dieser DSGVO Checkliste prüfen Sie Ihre Website Punkt für Punkt auf Rechtssicherheit.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und stellt keine rechtliche Beratung dar. Wir empfehlen in jedem Fall, eine anwaltliche Prüfung Ihrer Unternehmens-Website vornehmen zu lassen.
Inhalt
- DSGVO Checkliste: Die 7 wichtigsten Punkte
- Die Checkliste im Detail
- DSGVO-Konformität langfristig sicherstellen
DSGVO Checkliste: Die 7 wichtigsten Punkte
Eine DSGVO-konforme Website muss folgende Anforderungen erfüllen:
- SSL-Verschlüsselung – Die gesamte Website läuft über HTTPS
- Cookie-Consent-Banner – Echtes Opt-in mit Ablehnungsmöglichkeit, nicht nur ein „OK”-Button
- Datenschutzerklärung – Vollständig, aktuell und von jeder Seite aus erreichbar
- Impressum – Mit allen gesetzlichen Pflichtangaben
- Google Fonts lokal eingebunden – Keine Einbindung über Google-Server (LG München, 2022)
- AV-Verträge – Mit allen Dienstleistern, die personenbezogene Daten verarbeiten
- Externe Tools erst nach Einwilligung – Analytics, Maps, Videos und Social-Media-Embeds nur nach Cookie-Consent laden
Die Checkliste im Detail
Im Folgenden gehen wir jeden Punkt der Checkliste einzeln durch – mit konkreten Hinweisen zur Umsetzung.
SSL-Verschlüsselung
Ihre gesamte Website muss über HTTPS laufen. SSL-Verschlüsselung schützt die Datenübertragung zwischen Server und Browser. Prüfen Sie: Zeigt die Adressleiste ein Schloss-Symbol? Werden HTTP-Aufrufe automatisch auf HTTPS umgeleitet? Die meisten Hosting-Anbieter bieten kostenlose SSL-Zertifikate (Let’s Encrypt) an.
Datenschutzerklärung
Die Datenschutzerklärung muss klar und verständlich formuliert sein. Pflichtangaben:
- Name und Kontaktdaten des Verantwortlichen
- Welche Daten erhoben werden und warum
- Rechtsgrundlage der Verarbeitung (z.B. Art. 6 Abs. 1 DSGVO)
- Speicherdauer der Daten
- Empfänger der Daten (Hosting, Analytics, Newsletter-Anbieter)
- Rechte der Betroffenen (Auskunft, Löschung, Widerspruch)
- Hinweis auf Beschwerderecht bei der Aufsichtsbehörde
Cookie-Consent
Ein Cookie-Banner ist Pflicht, sobald Sie Cookies setzen, die nicht technisch notwendig sind (z.B. Analytics, Marketing). Der Banner muss eine echte Wahlmöglichkeit bieten – ein reiner „OK”-Button reicht nicht. Nutzer müssen Cookies genauso einfach ablehnen wie akzeptieren können. Technisch notwendige Cookies (z.B. Warenkorb, Session) benötigen keine Einwilligung.
Empfohlene Cookie-Consent Tools
| Tool | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| CCM19 | Made & hosted in Germany, CMS-unabhängig, kein US-Datentransfer, Cloud oder Self-Hosted, ab 7,90 €/Monat, 210.000+ Cookies erkannt | Kein kostenloses Paket für produktiven Einsatz |
| Real Cookie Banner | WordPress-Plugin mit kostenloser Grundversion, automatischer Cookie-Scanner, 100+ Service-Templates, Google Consent Mode, ab 59 €/Jahr | Nur für WordPress |
| Cookiebot | Automatischer Scan, rechtskonform, CMS-unabhängig | Kostenpflichtig ab 500 Seiten |
| Usercentrics | Enterprise-Lösung, umfangreich, IAB TCF 2.2 | Höhere Kosten, eher für größere Unternehmen |
Rechte der Nutzer
Ihre Website muss es Nutzern ermöglichen, ihre DSGVO-Rechte wahrzunehmen:
- Auskunftsrecht: Nutzer können erfahren, welche Daten gespeichert sind
- Recht auf Löschung: Daten müssen auf Anfrage gelöscht werden können
- Recht auf Berichtigung: Fehlerhafte Daten müssen korrigiert werden
- Datenübertragbarkeit: Daten in maschinenlesbarem Format bereitstellen
In der Praxis reicht oft eine E-Mail-Adresse in der Datenschutzerklärung, an die sich Nutzer wenden können. Wichtig ist, dass Anfragen zeitnah bearbeitet werden (maximal einen Monat).
AV-Verträge mit Drittanbietern
Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AV-Vertrag) ist Pflicht für jeden Dienstleister, der Zugriff auf personenbezogene Daten Ihrer Nutzer hat:
- Hosting-Anbieter
- Analytics-Dienste (z.B. Google Analytics, Matomo Cloud)
- Newsletter-Tools (z.B. Mailchimp, CleverReach)
- Cloud-Speicher und Backup-Dienste
- KI-Chatbot-Anbieter
- CRM-Systeme
Die meisten Anbieter stellen AV-Verträge als Download bereit. Prüfen Sie regelmäßig, ob Sie für alle genutzten Dienste einen aktuellen Vertrag haben.
Google Fonts und externe Ressourcen
Seit dem LG-München-Urteil (2022) ist die Einbindung von Google Fonts über Google-Server ohne Einwilligung ein DSGVO-Verstoß – die IP-Adresse wird dabei an Google übertragen. Gleiches gilt für andere externe Ressourcen wie Google Maps, YouTube-Videos oder Social-Media-Widgets. Diese dürfen erst nach expliziter Einwilligung (Cookie-Consent) geladen werden.
DSGVO-Konformität langfristig sicherstellen
DSGVO-Compliance ist kein einmaliges Projekt – Ihre Website muss regelmäßig geprüft werden:
- Jährlicher Check: Datenschutzerklärung, Cookie-Einstellungen, AV-Verträge und SSL-Zertifikat überprüfen
- Nach jedem Website-Update: Neue Plugins oder Tools auf Datenschutz-Relevanz prüfen
- Bei Gesetzesänderungen: Sofort reagieren – die DSGVO wird regelmäßig durch Urteile konkretisiert
- Datenschutzbeauftragter: Ab 20 Mitarbeitern, die regelmäßig mit personenbezogenen Daten arbeiten, ist ein DSB Pflicht
Im Rahmen unserer Webdesign-Leistungen achten wir von Anfang an auf datenschutzkonforme Umsetzung. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Ihre Website auf DSGVO-Konformität prüfen lassen möchten.