Ihre Website lädt in 5 Sekunden? Während Sie diese Zeile lesen, hat ein potenzieller Kunde bereits auf den Zurück-Button geklickt. Das ist keine Vermutung – Google hat ermittelt, dass 53% der mobilen Nutzer eine Seite verlassen, die länger als 3 Sekunden lädt.1 Bei einer durchschnittlichen Ladezeit von 5 Sekunden verlieren Sie mehr als jeden zweiten Besucher, bevor er überhaupt sieht, was Sie anbieten.
Ich erlebe das regelmäßig bei Erstgesprächen: Unternehmer investieren in Content, Design und SEO-Texte – aber ignorieren die technische Performance. Dann wundern sie sich, warum die Absprungrate bei 70% liegt und Google die Seite nicht nach vorne bringt. Die Ursache ist fast immer dieselbe: Core Web Vitals, die im roten Bereich liegen.
Inhalt
- Was sind Core Web Vitals und warum beeinflussen sie Ihr Google-Ranking?
- Die 3 wichtigsten Metriken: LCP, INP und CLS einfach erklärt
- Typische Performance-Killer auf Unternehmenswebsites identifizieren
- Branchenspezifische Auswirkungen schlechter Core Web Vitals
- Praktische Optimierungsmaßnahmen mit messbaren Ergebnissen
- Tools zur Messung und Überwachung der Performance
- Fazit: Performance ist kein Nice-to-Have mehr
Was sind Core Web Vitals und warum beeinflussen sie Ihr Google-Ranking?
Core Web Vitals sind drei konkrete Messgrößen, mit denen Google die Nutzererfahrung Ihrer Website bewertet. Keine abstrakten Qualitätsrichtlinien, sondern harte Zahlen: Wie schnell erscheint der Hauptinhalt? Wie reaktionsschnell ist die Seite bei Klicks? Springt das Layout während des Ladens?
Google hat diese Metriken 2021 zum offiziellen Ranking-Faktor gemacht. Das Unternehmen kommuniziert selten so klar, worauf es ankommt – bei Core Web Vitals tut es das. Der Grund: Schnelle, stabile Websites halten Nutzer länger auf der Seite. Und Nutzerzufriedenheit ist das, was Google verkaufen will.
Für Ihre Unternehmenswebsite bedeutet das: Schlechte Core Web Vitals kosten Sie Rankings und Besucher. Eine Portent-Studie zeigt: Websites, die in 1 Sekunde laden, haben eine 2,5-mal höhere Conversion-Rate als solche mit 5 Sekunden Ladezeit.2 Gute Core Web Vitals verschaffen Ihnen einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern, die das Thema ignorieren.
Laut dem Web Almanac 2024 von HTTP Archive bestehen nur etwa 40% aller Websites den Core Web Vitals Test auf Mobilgeräten.3 Das heißt: 60% aller Websites – wahrscheinlich auch viele Ihrer Wettbewerber – haben ein Performance-Problem. Wenn Sie Ihre Werte optimieren, überholen Sie die Mehrheit.
Die 3 wichtigsten Metriken: LCP, INP und CLS einfach erklärt
Google bewertet Ihre Website anhand von drei Metriken. Jede misst einen anderen Aspekt der Nutzererfahrung:
Largest Contentful Paint (LCP): Die gefühlte Ladezeit
LCP misst, wann das größte sichtbare Element im Viewport erscheint – typischerweise ein Hero-Bild, eine Überschrift oder ein Video-Thumbnail. Für Ihre Besucher ist das der Moment, in dem die Seite “fertig geladen” wirkt.
Die Zielwerte:
- Gut: unter 2,5 Sekunden
- Verbesserungsbedürftig: 2,5 bis 4 Sekunden
- Schlecht: über 4 Sekunden
Ein LCP von 5 Sekunden fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Ihre Besucher sehen einen weißen Bildschirm oder ein halbleeres Layout – und klicken weg.
Interaction to Next Paint (INP): Die Reaktionsgeschwindigkeit
INP hat 2024 die frühere Metrik FID (First Input Delay) ersetzt. Die Metrik misst, wie schnell Ihre Website auf Nutzerinteraktionen reagiert – Klicks, Taps, Tastatureingaben.
Die Zielwerte:
- Gut: unter 200 Millisekunden
- Verbesserungsbedürftig: 200 bis 500 Millisekunden
- Schlecht: über 500 Millisekunden
Stellen Sie sich vor, Sie klicken auf einen Button und nichts passiert. Eine halbe Sekunde später öffnet sich endlich das Menü. Diese Verzögerung frustriert Nutzer und signalisiert Google: Diese Seite ist träge.
Cumulative Layout Shift (CLS): Die visuelle Stabilität
CLS misst, wie stark sich Seitenelemente während des Ladens verschieben. Kennen Sie das? Sie wollen auf einen Link klicken, aber im letzten Moment springt eine Werbung dazwischen und Sie treffen den falschen Button. Genau das bewertet CLS.
Die Zielwerte:
- Gut: unter 0,1
- Verbesserungsbedürftig: 0,1 bis 0,25
- Schlecht: über 0,25
Bei Unternehmenswebsites sind die häufigsten CLS-Verursacher: Bilder ohne definierte Dimensionen, nachladende Web-Fonts und eingebettete Videos oder Karten.
Typische Performance-Killer auf Unternehmenswebsites identifizieren
In über 20 Jahren Webentwicklung habe ich dieselben Probleme immer wieder gesehen. Die gute Nachricht: Die meisten Performance-Killer sind bekannt und lösbar.
Nicht optimierte Bilder
Das häufigste Problem. Ein Fotograf liefert Bilder mit 4000 Pixeln Breite und 5 MB Dateigröße. Die werden 1:1 auf die Website geladen, obwohl sie im Browser nur 800 Pixel breit angezeigt werden. Das Ergebnis: Der Besucher lädt 4 MB mehr herunter als nötig.
Die Lösung: Bilder in passenden Größen bereitstellen, moderne Formate wie WebP oder AVIF nutzen, und Lazy Loading für Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs aktivieren.
Zu viele Drittanbieter-Skripte
Google Analytics, Facebook Pixel, Cookie-Banner, Chat-Widgets, YouTube-Embeds, Google Maps – jedes Skript von externen Servern bremst Ihre Seite. Oft laden 15 verschiedene Drittanbieter-Ressourcen, bevor Ihr eigentlicher Inhalt erscheint.
Bei einem Projekt für GEBOtherm habe ich das konkret gemessen: Allein durch das Entfernen ungenutzter Tracking-Skripte und das Lazy-Loading von Google Maps sank die Ladezeit um 1,8 Sekunden.
Unoptimierte CSS- und JavaScript-Dateien
Viele WordPress-Themes und Page Builder laden ihr komplettes CSS und JavaScript auf jeder Seite – selbst wenn 80% davon gar nicht gebraucht werden. Eine einfache Kontaktseite lädt dieselben 500 KB JavaScript wie die aufwendige Startseite.
Der falsche Hosting-Anbieter
Billiges Shared Hosting bedeutet: Ihre Website teilt sich den Server mit hunderten anderen Websites. Wenn eine davon Traffic-Spitzen hat, wird Ihre Seite langsamer. Für Unternehmenswebsites empfehle ich mindestens Managed WordPress Hosting mit SSD-Speicher und HTTP/2-Support.
Fehlende Browser-Caching-Einstellungen
Ohne korrekt konfiguriertes Caching lädt der Browser bei jedem Besuch alle Ressourcen neu herunter – selbst wenn sich nichts geändert hat. Mit korrekten Cache-Headern speichert der Browser Bilder, CSS und JavaScript lokal und lädt sie beim nächsten Besuch sofort.
Branchenspezifische Auswirkungen schlechter Core Web Vitals
Die Performance-Probleme sind technisch überall gleich – aber die geschäftlichen Auswirkungen unterscheiden sich je nach Branche erheblich.
Warum Ladezeit für Kanzleien geschäftskritisch ist
Mandanten, die einen Anwalt suchen, haben meist ein akutes Problem. Sie googeln “Anwalt Arbeitsrecht Kündigung”, finden Ihre Kanzlei und wollen schnell wissen: Kann mir diese Kanzlei helfen?
Wenn Ihre Website 5 Sekunden lädt, während die Kanzlei des Wettbewerbers in 2 Sekunden erscheint, entscheidet das den ersten Eindruck. Gerade bei rechtlichen Problemen erwarten potenzielle Mandanten Kompetenz und Effizienz – eine langsame Website signalisiert das Gegenteil.
Bei der Umsetzung von Kanzlei-Websites wie für Siburg achte ich deshalb auf schlanke Strukturen: Keine überladenen Page Builder, optimierte Teamfotos, und kritisches CSS inline im Header. Das Ergebnis sind Websites, die in unter 2 Sekunden laden und sofort Vertrauen aufbauen.
Hinzu kommt: Anwaltskanzleien konkurrieren in lokalen Suchergebnissen oft mit Portalen wie anwalt.de. Diese Portale haben eigene SEO-Teams und optimierte Technik. Um gegen sie zu bestehen, müssen Kanzlei-Websites in den Core Web Vitals mindestens gleichziehen.
Performance-Anforderungen für Arztpraxis-Websites
Patienten recherchieren zunehmend online, bevor sie einen Termin buchen. Sie suchen nach Ärzten in ihrer Nähe, prüfen Bewertungen und besuchen Praxis-Websites für Informationen zu Leistungen und Sprechzeiten.
Mobile Performance ist hier besonders kritisch: Viele Suchanfragen passieren unterwegs – jemand sitzt in der Bahn und sucht einen Hausarzt im neuen Stadtteil. Eine langsame mobile Website auf einer wackeligen 4G-Verbindung? Die wird abgebrochen, bevor die Online-Terminbuchung überhaupt lädt.
Für Arztpraxis-Websites bedeutet das: Besonders strenge Bildoptimierung (hochauflösende Praxisfotos sind Standard, aber oft nicht komprimiert), Verzicht auf schwere Slider und Animationen, und wenn möglich eine Online-Terminbuchung, die schnell lädt und reibungslos funktioniert.
Die Verbindung zur Barrierefreiheit ist ebenfalls relevant: Eine performante Website ist oft auch eine zugänglichere Website. Schlanker Code, klare Strukturen und reduzierte visuelle Effekte helfen sowohl der Performance als auch Nutzern mit Einschränkungen.
Core Web Vitals als Wettbewerbsvorteil für Immobilienmakler
Immobilienmakler haben ein besonderes Problem: Ihre Websites leben von hochwertigen Exposé-Bildern. Große, beeindruckende Fotos verkaufen Immobilien – aber sie bremsen die Website.
Wenn ein Kaufinteressent auf eine Exposé-Seite klickt und 6 Sekunden auf das erste Bild wartet, ist die Frustration groß. Bei der Immobiliensuche klicken Interessenten durch dutzende Objekte. Jede langsame Seite ist eine, die übersprungen wird.
Die Lösung liegt in intelligenter Bildauslieferung: Die ersten sichtbaren Bilder laden sofort und optimiert, weitere Bilder erst beim Scrollen. Bei Projekten wie Citigrund setze ich auf responsive Bildformate – der Browser erhält automatisch die passende Größe für das jeweilige Gerät.
Für Makler bedeuten gute Core Web Vitals nicht nur bessere Rankings, sondern direkt mehr Objektanfragen. Wenn Interessenten flüssig durch Exposés scrollen können, bleiben sie länger und kontaktieren häufiger.
Mobile Performance für Handwerksbetriebe optimieren
Handwerker werden oft mobil gesucht – der Wasserhahn tropft, die Heizung fällt aus, das Garagentor klemmt. Die Suche passiert auf dem Smartphone, oft unter Zeitdruck.
Bei GEBOtherm habe ich genau das gemessen: Über 75% der Besucher kommen mit Mobilgeräten. Eine langsame mobile Seite bedeutet für einen Handwerksbetrieb: Der Auftrag geht an den Wettbewerber, dessen Telefonnummer in 2 Sekunden sichtbar ist.
Für Handwerker-Websites priorisiere ich deshalb:
- Kontaktdaten im sichtbaren Bereich ohne Scrollen
- Click-to-Call-Buttons, die sofort funktionieren
- Minimale Dateigröße für schnelles Laden auch bei schlechtem Mobilfunk
Das hat konkrete Ergebnisse: Nach der Performance-Optimierung für Ultrawatt stieg die mobile Conversion-Rate um 35%, gemessen an Anrufen und Kontaktformular-Einsendungen.
Praktische Optimierungsmaßnahmen mit messbaren Ergebnissen
Genug Theorie – was können Sie konkret tun? Hier sind die Maßnahmen nach Aufwand und Wirkung sortiert:
Quick Wins: Sofort umsetzbar, große Wirkung
Bilder komprimieren und richtig einbinden
Jedes Bild sollte:
- Maximal so groß sein wie nötig (nicht größer als die Anzeigegröße)
- In modernen Formaten vorliegen (WebP, AVIF mit JPEG-Fallback)
- Definierte Breiten- und Höhenangaben haben (verhindert CLS)
Tools wie Squoosh4 (kostenlos von Google) oder FlyingPress* (WordPress-Plugin) automatisieren das.
Kritisches CSS inline laden
Das CSS, das für die Darstellung des sichtbaren Bereichs nötig ist, sollte direkt im HTML-Header stehen. Der Rest kann nachgeladen werden. Bei WordPress erledigen Plugins wie WP Rocket oder Perfmatters das automatisch.
Unnötige Skripte entfernen
Prüfen Sie: Welche Tracking-Skripte sind wirklich nötig? Nutzen Sie alle installierten Plugins aktiv? Jedes entfernte Skript beschleunigt die Seite.
Mittelfristige Maßnahmen: Mehr Aufwand, aber lohnend
Hosting upgraden
Der Wechsel von Shared Hosting zu einem spezialisierten WordPress-Hosting bringt oft 30-50% Geschwindigkeitsverbesserung. Server mit SSD-Speicher, PHP 8+ und HTTP/2 sind heute Standard für Business-Websites.
Lazy Loading implementieren
Bilder, Videos und iframes unterhalb des sichtbaren Bereichs sollten erst laden, wenn der Nutzer zu ihnen scrollt. Bei nativen Browser-Funktionen reicht ein loading="lazy" Attribut.
Font-Optimierung
Web-Fonts sind ein häufiger CLS-Verursacher. Die Lösung: Font-Display “swap” verwenden und Fonts vorabladen (preload). Oder auf System-Fonts umsteigen, die keine zusätzliche Ladezeit brauchen.
Langfristige Strategie: Technische Grundlagen richtig setzen
Manchmal ist eine Website so aufgebläht, dass einzelne Optimierungen nicht reichen. Page Builder wie Elementor oder Divi laden oft 300+ KB JavaScript auf jeder Seite – selbst wenn Sie nur einen einfachen Text-Abschnitt anzeigen.
In solchen Fällen ist ein technischer Website-Relaunch die bessere Lösung: Eine neu aufgesetzte Website mit schlankem Code erreicht Core Web Vitals im grünen Bereich, während die alte Website trotz Optimierung im gelben hängenbleibt.
Tools zur Messung und Überwachung der Performance
Sie können nur verbessern, was Sie messen. Diese Tools helfen bei der Diagnose und Überwachung:
Google PageSpeed Insights
Das wichtigste Tool – kostenlos und direkt von Google. Sie geben Ihre URL ein und erhalten:
- Core Web Vitals Bewertung (grün/gelb/rot)
- Konkrete Verbesserungsvorschläge
- Unterscheidung zwischen Labor- und Felddaten
Wichtig: Die “Felddaten” basieren auf echten Nutzerbesuchen der letzten 28 Tage. Sie zeigen, wie Ihre Website wirklich performt – nicht unter Laborbedingungen, sondern auf echten Geräten mit unterschiedlichen Verbindungen.
URL: https://pagespeed.web.dev/
Google Search Console
Die Search Console zeigt Core Web Vitals für Ihre gesamte Website über Zeit. Sie sehen, wie viele Seiten “gut”, “verbesserungsbedürftig” oder “schlecht” abschneiden – und welche URLs konkret betroffen sind.
Besonders wertvoll: Die Search Console zeigt Probleme oft, bevor sie sich auf Rankings auswirken. Regelmäßiges Monitoring gehört zur technischen SEO-Optimierung dazu.
GTmetrix und WebPageTest
Für detaillierte Analyse: Diese Tools zeigen einen “Wasserfall” aller geladenen Ressourcen – in welcher Reihenfolge, wie lange, was blockiert was. Wenn PageSpeed Insights “JavaScript-Ausführungszeit reduzieren” empfiehlt, zeigen diese Tools, welches Skript genau das Problem ist.
Lighthouse (Chrome DevTools)
Lighthouse ist in Chrome integriert (Rechtsklick → Untersuchen → Lighthouse). Es führt dieselben Tests wie PageSpeed Insights durch, aber lokal auf Ihrem Computer. Nützlich für Entwickler, um Optimierungen zu testen, bevor sie live gehen.
Fazit: Performance ist kein Nice-to-Have mehr
Core Web Vitals sind ein Ranking-Faktor. Langsame Websites verlieren nachweisbar Besucher. Diese Fakten ignorieren kostet Sie Geld – nicht irgendwann, sondern heute.
Die gute Nachricht: Sie müssen kein Technik-Experte sein, um das Problem zu erkennen. Ein Blick in PageSpeed Insights zeigt Ihnen in 30 Sekunden, wo Sie stehen. Rot bedeutet Handlungsbedarf. Gelb bedeutet Verbesserungspotenzial. Grün bedeutet: Sie sind besser als die Mehrheit Ihrer Wettbewerber.
Die Optimierung selbst kann einfach sein – Bilder komprimieren, unnötige Plugins entfernen, besseres Hosting nutzen. Oder sie erfordert tiefere Eingriffe, wenn das technische Fundament nicht stimmt.
Wenn Sie wissen wollen, was Ihre Website bremst und wie Sie das beheben, lassen Sie uns sprechen. In einem kostenlosen Erstgespräch analysiere ich Ihre aktuellen Core Web Vitals und zeige Ihnen konkret, welche Maßnahmen in Ihrem Fall am meisten bringen.
Fußnoten
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